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Grundwasser Unteres Illertal

 

Pressemitteilung

Grundwasser im Unteren Illertal ist immer noch belastet

Landratsamt rät Gartenbesitzern: Obst und Gemüse während der Erntezeit nicht mit Brunnenwasser gießen

Das Grundwasser im Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm ist nach wie vor mit Lösungsmitteln belastet. Deshalb sollten in den betroffenen Gebieten Gemüse- und Obstpflanzen während der Erntezeit nicht mit Brunnenwasser gegossen oder gewaschen werden. Das Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist dagegen nicht verunreinigt und kann ohne Einschränkungen genutzt werden. Auch das Wasser der Badeseen ist nicht belastet. Darauf weist das Landratsamt Neu-Ulm hin.

Die Grundwasserverunreinigungen durch so genannte Halogen-Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorethen (PER) und Trichlorethen (TRI) gehen nach wie vor von den Firmengrundstücken zweier ehemaliger Großreinigungen und der Uhrenfabrik Senden aus. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich nur geringe Veränderungen der Grundwasserbelastung in den betroffenen Gebieten.
 

Im direkten Abstrom der Uhrenfabrik Senden nahm die Belastung leicht ab. „Ob zukünftig neue Sanierungsmethoden zum chemischen oder biologischen Abbau der Lösemittel im Grundwassers eingesetzt werden können, wird derzeit untersucht“, so der Leiter des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ am Landratsamt Neu-Ulm, Gerhard Wieser.

Nach den aktuellen Untersuchungen des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth ist in folgenden Gebieten des Landkreises der Grenzwert für Halogen-Kohlenwasserstoffe von zehn Mikrogramm je Liter Wasser noch überschritten:

Bellenberg:
im Gebiet nördlich der Linie Leipziger Straße - Silcherweg zwischen Mühlbach und Bahnstrecke Kempten - Ulm (Werte bis zu 43 Mikrogramm je Liter Wasser).

Vöhringen:
im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie Ulm - Kempten sowie im Stadtteil Illerzell (Werte bis zu 29 Mikrogramm je Liter Wasser).


Senden:
im Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm - Kempten (bis zu 200 Mikrogramm je Liter Wasser).


Neu-Ulm, Stadtteil Gerlenhofen:
entlang der Bahnlinie Ulm - Kempten und westlich davon (bis zu 30 Mikrogramm je Liter Wasser).


Neu-Ulm, Stadtteil Ludwigsfeld:
zwischen Memminger Straße und Breslauer Straße (bis zu 16 Mikrogramm je Liter Wasser).


Neu-Ulm, Stadtteil Burlafingen:
Die Belastungen entlang der Thalfinger Straße liegen im Bereich des Grenzwertes nach der Trinkwasserverordnung von 10 Mikrogramm je Liter Wasser.


Das Grundwasser in den restlichen Neu-Ulmer Stadtteilen und in der Innenstadt ist nicht belastet.

Das Landratsamt Neu-Ulm rät Gartenbesitzern aus den betroffenen Gebieten zu Vorsichtsmaßnahmen. So sollte das Grundwasser aus Haus- oder Gartenbrunnen nicht als Trinkwasser verwendet werden. Obwohl Halogen-Kohlenwasserstoffe an der Luft rasch verdunsten, empfiehlt die Behörde, vorsorglich während der Erntezeit Gemüse- oder Obstpflanzen nicht mit dem belasteten Brunnenwasser zu gießen. Gemüse, Obst oder Salat sollten auch nicht mit Brunnenwasser, sondern nur mit dem Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung gesäubert werden. Weiter rät das Landratsamt, belastetes Grundwasser aus dem Brunnen nicht zum Baden, Duschen oder Tränken von Nutztieren zu verwenden.

Die Lagepläne mit den Messergebnissen können beim Landratsamt Neu-Ulm, Kantstraße 8, Zimmer 312, oder hier

   
 Burlafingen Illertissen/Senden Senden/Neu-Ulm

eingesehen werden. Telefonische Auskünfte erteilt Gerhard Wieser, Leiter des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“, unter Telefon  0731/7040-420.


Zuständiger Ansprechpartner zu diesem Thema im Landratsamt Neu-Ulm:
Gerhard Wieser vom Fachbereich Wasserrecht und Bodenschutz
Telefon 0731/7040-420
E-Mail: gerhard.wieser@lra.neu-ulm.de


(Stand: 10.06.2011)